Fundsache - Müssen wir reisen?

Gespeichert von Michael Putzki am Mo., 15.07.2019 - 14:30

Heute habe ich beim Deutschlandfunk diesen Artikel gefunden:

Matthias Politycki vs. Niko Paech

Müssen wir Reisen?

Quelle: pixabay.com
Urlaubsflieger Quelle: pixabay.com

In diesem Beitrag streiten: 

Matthias Politycki, Schriftsteller und Autor des Buches „Schrecklich schön und weit und wild. Warum wir reisen und was wir dabei denken“. Er hat das Reisen zu seinem Lebensstil erklärt.

 Niko Paech, Volkswirt und Umweltökonom. Er lehrt an der Universität Siegen und ist einer der prominentesten Vordenker einer Postwachstumsökonomie.

Millionen Deutsche fahren und fliegen nun wieder in den Urlaub, dabei nehmen Sie in kauf sich in den Stau zu stellen oder an langen schlangen beim Checkin warten zu müssen Manche möchten Vollpension und Sonne am Strand, andere suchen Exotik und Abenteuer oder Kultur und Sehenswürdigkeiten.

Muss das alles sein? Müssen Milliarden Menschen um den Globus fliegen, Naturparadiese zertrampeln, Tiere verschrecken, in Bettenburgen schlafen, das Klima anheizen, Müll hinterlassen?

Der Schriftsteller Matthias Poltivcki meint: 

Ja. Wir müssen reisen. Nur wer Grenzen überschreitet, gewinnt neue Erkenntnisse, und manchmal haben Reisen mein ganzes Leben und Denken verändert. Und gerade in unserer Zeit ist das Reisen wichtig, also in einer Zeit, wo die Kulturen sichtbar auseinander driften und sich immer mehr Länder in Kriegsschauplätze verwandelt haben. Und wo wir Europäer mit unseren Werten immer weiter in eine Konfrontation mit benachbarten Kulturkreisen treiben, da finde ich, sind wir als Reisende fast die Einzigen, die reale Einblicke in die Fremde haben und mit entsprechend realistischen Einschätzungen dann zu Hause darüber sprechen. Ohne eine falsche Verklärung des Fremden, das ist klar, aber erst recht ohne Angst vor dem Fremden. Reisen ist damit für mich tatsächlich ein kleiner Beitrag vielleicht nicht schon zur Völkerverständigung, aber doch zum besseren Kennenlernen der Menschen über die weltanschaulichen Grenzen hinweg. Und wenn die Begegnung eins zu eins zwischen einem Reisenden und einem Einheimischen gelingt, dann verschafft sie einander zuallererst Respekt. Und das ist doch was!

Niko Paech, Volkswirt und Umweltökonom antwortet darauf:

Nein. Wir müssen nicht nur nicht reisen, sondern wir dürfen möglicherweise auch gar nicht mehr reisen. Wir wissen, dass die Menschheit gefährdet ist wegen des Klimawandels. Und Weltreisen sind der maximale ökologische Klimaschaden, den ein Individuum finanziell erschwinglich und legal ausführen kann. Wenn wir die Lebensgrundlagen erhalten wollen, bedeutet das, dass bei 7,3 Milliarden Menschen auf diesem Planeten jeder Einzelne pro Jahr noch etwa 2,5 Tonnen CO2 freisetzen dürfte. Eine einzige Flugreise von Frankfurt nach New York bringt pro Person aber allein vier Tonnen CO2. Würden tatsächlich die fossilen Rohstoffe, die wir für diese Weltreisen brauchen, so besteuert, dass tatsächlich der ökologische Schaden abgebildet wird, würde kein Mensch pro Lebenszeit mehr als zwei Mal in ein Flugzeug steigen können und würde auch viel weniger mit dem Auto fahren. Darüber hinaus schürt die Reisetätigkeit Bürgerkriege, Frustration, Destabilisierung. Wir fallen in andere Kulturen ein. Und Menschen, die vormals stabil eingebettet in Tradition oder in kulturgegebene Formen der Versorgung waren, die Zufriedenheit und Anerkennung hatten, müssen sich jetzt behaupten in einer globalen Gemengelage und stehen entwürdigt da, wenn der Tourist aus dem Norden einfällt.

Quelle: Deutschlandfunk 

Meine Meinung:

Im Grunde haben beide recht. Doch ist es auch unser aller Recht sich auf der Erde die uns allen gehört frei bewegen zu dürfen. Auch dürfen wir noch das Transportmittel frei wählen. Ich sage noch weil sich mir bei vielen Thematiken immer häufiger der Eindruck aufdrängt dass uns alles mögliche verboten werden soll. Ich bin der Meinung das nicht jedes Problem mit Sanktionen und Verbote reguliert werden darf. Wir Menschen sind von Natur aus neugierig und bestrebt unser Wissen immer auszubauen. Genau das hat die Menschen auch immer voran gebracht und so konnten wir uns immer weiter entwickeln. Durch Verbote und Beschränkungen werden wir unsere weiter Entwicklung nachhaltig stören und eher Schritte zurück machen. Der Mensch könnte dabei diese Fähigkeiten verlieren oder Teile davon nur noch eingeschränkt brauchen können. Neben der Beschneidung des persönlichen Rechts kann das ganze auch große psychologischen und gesellschaftliche Folgen haben.

Politik und Wirtschaft sollte sich mal um die Dinge und die Länder kümmern die wirklich die Umwelt in kritischem Maß zerstören. Für solche Missstände gibt es zahlreiche Beispiele. Politiker und Wirtschaftsunternehmen könnten da einiges mehr erreichen. Vielleicht sollte auch mehr darüber nachgedacht werden wie z.B. das Fliegen Klimafreundlicher gemacht werden kann. Aber es ist ja einfacher etwas zu sanktionieren oder zu verbieten als zu verändern. Vielleicht sollte man in einer globalisierten Welt auch mal an solchen Projekten zusammen arbeiten und an langfristigen Lösungen interessiert sein. Was unserer Erde schadet wissen alle aber wie immer nur schnell ein Pflaster drauf und gut.

Es gibt viele Möglichkeiten die anstehenden Problem zu lösen aber nicht immer ist der einfache Weg, der meist nur kurze Zeit eine Lösung ist, der richtige Weg. 

Wirtschaft und Politik sind in der Pflicht neue Wege zu beschreiten die echte Lösungen herbeiführen und nicht nur verlagern oder auf andere verteilen.

Comments

Du hast vollkommen recht, leider geht die Politik heute immer nur den leichten Weg über den Geldbeutel der braven Bürger. Echt Anstöße die etwas nachhaltig zu etwas guten ändern könnten werden wirklich nur allzu oft schon durch übertriebene Bürokratie im Keim erstickt. Es gibt bestimmt viele Menschen die auch bereit wären ein wirtschaftliches Risiko einzugehen um etwas innovatives auf den Weg zu bringen. Leider wird das durch Auflagen und übertriebene Gesetzgebung meist im Ansatz verhindert.