Kompetenz und Wissen nur durch Doktor oder Professor Titel?

Gespeichert von RedAngel am Di., 20.08.2019 - 12:38
Kompetenz nur durch Titel
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Immer wieder lese und höre ich von Menschen die glauben, das nur Leute die sich einen Doktor oder Professor Titel erarbeitet haben, das Recht haben, Positionen einzunehmen um wichtige Entscheidungen für uns zutreffen. Selbstverständlich haben Menschen mit einem Doktor oder Professor in den Bereichen wo sie diese Titel für erhalten haben sich dementsprechendes Fachwissen angeeignet und wahrscheinlich auch ausgebaut. In den allermeisten Fällen kann ich dem auch nur zustimmen besonders wenn es um die Kernkompetenz geht. Nicht umsonst müssen Menschen lange studieren und auch Praxiserfahrung in den entsprechenden Bereichen sammeln.

Dennoch finde ich es vermessen zu behaupten nur mit einen dieser Titel können Menschen in Führungspositionen arbeiten. Besonders in der Politik findet man häufig Politiker mit einem Doktor Titel, meist sind es Juristen. Ja in der Politik geht es um Gesetze und um Rechtsprechungen aber auch um vieles mehr, es geht auch um Menschen und deren Bedürfnissen. Es geht auch um sehr viele Dinge die nicht immer nur aus juristischer oder wirtschaftlicher Sicht zu betrachten sind sondern einfach aus der Sicht eines Menschen. Natürlich ist es gut sich von den richtigen Personen beraten zu lassen und alle Ansichten zu einem Thema zu betrachten denn nur dann kann die dementsprechende Entscheidung getroffen werden. Gerade in der Politik, wo die meisten Juristen sitzen, werden oft Entscheidungen getroffen die hauptsächlich die Volkswirtschaftlichen Interessen im Auge haben. Im Prinzip ist das ja auch richtig denn eine funktionierende Wirtschaft sichert den Menschen auch Ihr auskommen und sorgt damit für eine gewisse Stabilität. Auch spülen mit einer starken Wirtschaft die Steuereinnahmen in die Haushaltskasse was wiederum gut für unsere  Infrastruktur und unser Sozialsystem ist. Dennoch haben wir auch viele Fachleute aus ganz vielen Bereichen die auch auf Führungspositionen gute Arbeit leisten und auch auf politischer Ebene wichtige Entscheidungen treffen können. Wir bräuchten besonders in der Politik viel mehr Menschen ohne Doktor oder Professur dann würden auch wieder mehr Entscheidungen für alle Menschen getroffen. Oft scheinen Politiker das Augenmaß für eine Sache verloren zu haben und treffen nur noch noch Entscheidungen nach Maßgabe des gelernten Doktortitels. Leider sind diese Entscheidungen oft sehr einseitig und führen nur sehr selten an das eigentlich gewünschte Ziel. Das Fachwissen von Doktoren und Professoren ist unbestritten sehr wichtig und soll auch einen besonderen Stellenwert bei einer Entscheidungsfindung haben aber auch die Erfahrung von Menschen, die auch Ihren Beruf gelernt haben, auch die Erfahrung derer die sich Ihrer Erfahrungen durch Interesse oder Mitarbeit an einem Projekt erarbeitet haben, ohne einen Universitätsabschluss sind für uns alle sehr wertvoll. Doktoren, Professoren sind keine allwissenden Götter und sollten nicht die Bestimmer über uns alle sein. Jeder sollte sich in irgendeiner Art mit seinem Wissen für etwas einsetzen denn neben den Fachwissen gibt es auch noch die ganzen menschlichen und zwischen menschlichen Bereiche. In vielen Bereichen die eine fachliche Qualifikation erwarten lassen kann, wenn man es will, sich eingearbeitet werden.

Es gibt natürlich auch Fachbereiche die wirklich nur von Doktoren und Professoren besetzt werden können. Aber nicht für alles brauchen wir Menschen mit einem Doktor Titel. Viel wichtiger ist das Menschen bereit sind sich das notwendige Know how zu erarbeiten um es dann anzuwenden. Natürlich unter hinzuziehen von Beratern mit der notwendigen Fachkompetenz. Es schlummert viel ungenutztes Potential unter den Menschen und leider kann nicht jeder studieren aber das bedeutet nicht das wir dieses ungenutzt vor sich hin dümpeln lassen sollten. Außerdem kann das auch neue Innovative Ideen, die unsere Zukunft positiv beeinflussen können, haben.

Comments

Michael Putzki

Di., 20.08.2019 - 15:21

Sicherlich gibt es Positionen auch auf Führungsebene die zwar eine fachliche Kompetenz aber keinen Doktor oder Professor Titel erfordern. Leider sieht die Realität aber anders aus. Für viele Schulabgänger ist das Ziel ein Studium um dann eine hochbezahlte Stelle bei einer Arbeit zu erhalten bei der sich die Finger nicht dreckig gemacht werden. Es ist aber nicht immer der Anspruch oder Wunsch des Kindes als vielmehr die Zielsetzung der Eltern für die Kinder. Darum auch der immer größer werdende Druck auf die schulische Bildung der Kids. Die steigenden Zahlen an psychisch erkrankten Jugendlichen belegen das eindeutig. Heute müssen alle Akademiker am besten mit einer weiteren fachlichen Qualifikation werden. Ob diese dann auch später wirklich benötigt werden ist noch eine andere Frage. Eltern sollten mal begreifen das nicht jedes Kind ein Genie sein kann. Wir hören auch immer vom Fachkräftemangel, in meinen Augen ist dieser schon durch den Anspruch auf den hohen Leistungsanspruch auf die Jugendlichen begründet. Es werden die Universitäten mit Studenten geflutet die in Bereichen studieren für die es nur einen endlichen Bedarf gibt. Die normalen Lehrberufe, wie Bäcker, Maurer oder ähnliche fallen dabei aus den angestrebten Zukunftszielen. Auch die nur sehr geringen Karrieremöglichkeiten und wenig attraktiven Löhne verschärfen die Situation und sorgen so dafür das es auch in Zukunft keine wesentliche Verbesserung in Sachen der normalen Ausbildungsberufe geben wird. Es müssten viele Berufsfelder wieder viel erstrebenswerter ausgestaltet werden. Besonders sollte dafür gesorgt werden das man nach der Ausbildung auch ordentlich als Fachkraft leben kann.